Zusätzliche Liquidität für Unternehmen durch Steuervereinfachung

27.04.2020

Berlin (dpa) - Unternehmen sollen in der Corona-Krise durch eine vereinfachte Verlustverrechnung zusätzlich Liquidität erhalten. Nach einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» sollen sie absehbare Verluste mit Steuer-Vorauszahlungen aus dem vergangenen Jahr verrechnen dürfen, um liquide zu bleiben. Das soll für maximal 15 Prozent des Gewinns aus 2019 gelten. Außerdem soll maximal eine Million Euro - bei Verheirateten maximal zwei Millionen - ausgeglichen werden können.

Ausgenommen ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Gewerbesteuer - wohl, weil die Kommunen sonst stark strapaziert würden.

Mit einer vorgezogenen Verrechnung prognostizierter Verluste aus dem Jahr 2020 mit Gewinnen aus dem Jahr 2019 würde die Erstattung lediglich früher erfolgen.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer lobte den Schritt als wertvolle Hilfe gerade für kleine und mittlere Betriebe. «Sie bekommen nun Cash, den sie dringend brauchen - und zwar nicht als Kredit oder Zuschuss, sondern als Rückerstattung ihres selbstverdienten Geldes durch das Finanzamt», sagte Schweitzer. Viele Unternehmen rechneten allerdings mit deutlich höheren Verlusten als den jetzt pauschal anrechenbaren 15 Prozent des früheren Gewinns.

Zur Entscheidung von Bund und Ländern, von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen auch einen unterjährigen Verlustvortrag zu ermöglichen, erklärt DIHK-Präsident Eric Schweitzer:

"Das ist ein gutes Signal für die betriebliche Liquidität. Gerade auch für kleine und mittlere Betriebe ist diese pragmatische Entscheidung von Bund und Ländern eine wertvolle Hilfe in sehr schwieriger Lage. Sie können jetzt kurzfristig bereits einen Teil der Steuererstattung geltend machen, die ihnen ohnehin später zustehen würde. Trotzdem bleibt die Lage vieler Unternehmen sehr angespannt. Viele werden in diesem Jahr leider wesentlich höhere Verluste erleiden als die nun pauschal anrechenbaren 15 Prozent des früheren Gewinns. In jedem Fall aber ist der jetzt beschlossene und schnell umsetzbare Verlustrücktrag ein wirksames Mittel. Denn immer mehr Unternehmen haben wegen der langen Corona-Durststrecke einen sehr hohen Liquiditätsbedarf. Sie bekommen nun Cash, den sie dringend brauchen - und zwar nicht als Kredit oder Zuschuss, sondern als Rückerstattung ihres selbstverdienten Geldes durch das Finanzamt."

Quelle: Deutsche Presseagentur

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27.04.2020