Klimaschutz im Landkreis PM

Aktuelles und Rückblick

Hier finden Sie Informationen zu aktuellen Themen und unseren letzten Veranstaltungen.

Nachhaltigkeitspreis 2016

Agenda-21-Preis
Der Landkreis PM vergibt seit vielen Jahren den Innovationspreis Erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe im Rahmen der Lokalen Agenda 21. Dieser Preis ehrt Personen, Firmen, Kommunen und Verbände, die vorbildliche Projekte für Nachhaltigkeit umgesetzt haben. Nachhaltig heißt enkeltauglich: Jeder sollte so wirtschaften und handeln, dass unsere Enkel noch mindestens gleich gute Lebensgrundlagen vorfinden, wie wir.
Die Ziele des Landkreises Potsdam-Mittelmark sind im Leitbild festgehalten. Dort heißt es: "Wir sind ein Vorbild für regenerative und alternative Energieerzeugung. Der Elektroenergiebedarf des Landkreises wird 2022 nahezu vollständig aus erneuerbaren Energien gedeckt. Potsdam-Mittelmark hat sich bundesweit als Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien etabliert.“ Der Agenda-21-Preis des Landkreises soll die Mittelmärker motivieren, unter diesem Motto ihre Ideen einzubringen und anzupacken.
Agenda-Preisträger 2016:
Der Dritte Platz geht an die Agrargenossenschaft Hoher Fläming: Florian Schulze und sein Team haben die Stallanlagen mit Photovoltaik ausgestattet. Das Besondere daran ist die Kombination mit einem Speicher und Blockheizkraftwerk, so dass auch der nächtliche Strombedarf aus eigenen Ressourcen gedeckt wird. Sogar die Notstromversorgung, die in der Tierhaltung Pflicht ist, wird in diesem Projekt durch klimafreundliche Erneuerbare Energiequellen gedeckt. Herzlichen Dank! Agrarbetriebe können von diesem Projekt lernen.
Sehen Sie hier den Film zum Projekt Agrargenossenschaft Hoher Fläming.

Ein weiterer Dritter Platz geht an die Naturenergie Fläming Genossenschaft, die seit vielen Jahren Dächer mit Photovoltaikanlagen ausrüstet, die unter Bürgerbeteiligung im Genossenschaftsmodell betrieben werden. Das Besondere daran ist, dass kommunale Gebäude genutzt werden, in denen vor allem tagsüber Strom benötigt wird, zum Beispiel die Geschwister-Scholl-Grundschule in Bad Belzig. Die Sonnenenergie wird also direkt tagsüber vor Ort genutzt, ohne die Netze zu belasten. Hier wird regionale Wertschöpfung mit Klimaschutz verbunden und in den Schulen gleich noch handfeste Bildungsarbeit betrieben. Herzlichen Dank für das jahrelange Engagement vor Ort!

Der zweite Platz geht an Landwirt Gerhard Jochen, der seine Flächen als Wildblumenwiesen bewirtschaftet und damit zum Erhalt selten gewordener Tier- und Pflanzenarten beiträgt. Erstmals haben wir mit „Aronia-Jochen“ auch einen Bewerber, der sich bereits mit Klimafolgenanpassung befasst: Der Klimawandel führt zu häufigeren und heftigeren Starkregenereignissen, die vor allem in Hanglagen dazu führen, dass fruchtbarer Boden ausgewaschen wird. Wildblumenstreifen und Hecken sind eine sehr einfache und sehr wirkungsvolle Maßnahme, um die Klimafolgen einzudämmen. Wir wünschen uns viele Nachahmer und danken für das Vorbild. Auch die Tourismusregion Fläming könnte ohne eine bunte Landschaft nicht blühen.

Ein weiterer zweiter Platz geht an das Hotel-Restaurant Linther Hof. Familie Paul hat dort einen ganz simplen Ladepunkt für Elektrofahrzeuge an die Wand geschraubt, der für Gäste des Biergartens kostenlos ist. Der Strom dafür stammt fast vollständig aus Erneuerbaren Energiequellen, der Familienbetrieb hat in entsprechende Anlagen investiert. Die Lage direkt an der Autobahnabfahrt Brück lädt Durchreisende Elektro-Mobilisten zu einem Zwischenstopp in Potsdam-Mittelmark ein. So funktioniert Wertschöpfung vor Ort: die Klimaschutzmaßnahme ist gleichzeitig Werbeträger zur Kundengewinnung. Nach diesem Modell sollen noch viele viele Ladepunkte im Landkreis entstehen. Herzlichen Dank an Familie Paul vom Linther Hof, die zeigen, dass es geht.
Sehen Sie hier den Film zum Projekt Linther Hof.

Der erste Preis geht an ein innovatives Projekt, das für die Stabilität des Stromnetzes in halb Ostdeutschland sorgt. Das Regionale Regelkraftwerk (RRKW) fängt das „Gezappel“ der Netzfrequenz ab und sorgt dafür, dass in Potsdam Mittelmark der Strom immer gleichmäßig aus der Steckdose kommt. Und das obwohl der Elektroenergiebedarf inzwischen zu Überdurchschnittlich hohen Anteilen aus Erneuerbaren Energieen gedeckt wird. Das Regelkraftwerk setzt einen Meilenstein der Energiewende in unserer Region und stärkt das Kompetenzzentrum.
Sehen Sie hier den Film zum RRKW und zu den Schülerprojekttagen im Neue Energien Forum Feldheim.

Auftaktveranstaltung "PM stärken - Klima schützen"

Mit rund 70 Teilnehmern aus Politik, Forst- und Landwirtschaft, Interessengemeinschaften,  Versorgungsbetrieben und interessierten Bürgern fand am 17.03.2016 die Veranstaltung „Potsdam-Mittelmark stärken – Klima schützen“ im Neue Energien Forum Feldheim statt.

Dieser Beratung war eine Befragung voran gegangen, bei der wichtige politische Akteure des Landkreises zu den Schwerpunkten eines zu erarbeitenden Energie- und Klimaschutzkonzeptes interviewt wurden. Die sich daraus ergebenden Themen wurden in Fachvorträgen vertieft. Den Vorträgen schlossen sich Praxisbeispiele an.

Am Nachmittag fand eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der Kreistagsfraktionen statt, die die Grundlage für das weitere Vorgehen ist. Geplant sind noch mehrere öffentliche Veranstaltungen zum Thema Energie- und Klimaschutz, an denen alle Interessierten Bürgerinnen und Bürger des Landkreises teilnehmen können und die dann auch dementsprechend öffentlich bekannt gemacht werden.   

Ziel dieses Prozesses ist, dem Kreistag zum Ende des Jahres eine Beschlussvorlage zur Erarbeitung einer Energie- und Klimastrategie unter Berücksichtigung der spezifischen Interessen des Landkreises Potsdam-Mittelmark vorzulegen.

Wer in den Verteiler zu Klimaschutz-Veranstaltungen in PM aufgenommen werden möchte, mailt bitte an barbara.ral (at) klimaschutz-PM.de mit dem Betreff "Verteiler".

Forum Niedrigenergiehaus

Im November fand das erste Forum Niedrigenergiehaus im NEF Feldheim statt. Ein straffes Programm an kurzen prägnanten Fachvorträgen erwartete die Teilnehmenden. Themen waren beispielsweise Bausysteme für Passivhäuser, natürliche Dämmstoffe für Wände und Dächer, Erfahrungsberichte von Bauherren, die seit Jahrzehnten Erneuerbare Energien in ihrem Eigenheim nutzen, die Energieeinsparverordnung (EnEV), Fördergelder für energetisches Sanieren und energetisches Bauen, aber auch wirkungsvolles Marketing und die Chancen für Existenzgründer im Bereich Nachhaltigkeit. Als Referenten wurden bewusst keine Theoretiker gewählt, sondern „Macher“ mit Praxiserfahrung, die ihre Leistung regional im Landkreis Potsdam Mittelmark (PM) anbieten und anschauliche Muster dabei hatten.

Das Format des Forums war für viele noch ungewohnt: „Mutig aber gelungen“ meinte dazu eine begeisterte Teilnehmerin. Sinn des Forums war es, erst einen zusammenfassenden Überblick über die vielen anwesenden Fachleute und Ihre Themen zu bekommen, und anschließend in Tischgesprächen genau die Fragen direkt zu klären, die jeden einzelnen gerade beschäftigen. Diese Chance haben alle Anwesenden bei Brötchen und Getränken ausgiebig genutzt und konkrete wertvolle Kontakte geknüpft.

Vorträge dieses Forums stehen bald hier zum Download bereit.

Förderung von Energieeffizienten Kombinationslösungen

Zum 1. Januar 2016 erweitert die KfW ihr Förderangebot im Programm "Energieeffizient Sanieren". Im Fokus steht erstmalig die Förderung von sogenannten effizienten Kombinationslösungen. Für diese Maßnahmen stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Mittel aus dem Anreizprogramm Energieeffizienz zur Verfügung, das insgesamt 165 Mio. EUR für Zinsverbilligung und Zuschüsse umfasst.


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PM's Erfahrung in Japan gefragt

Kyoto International Conference Hall, hier wurde auch 1997 das Kyoto-Protokoll ausgehandelt; Foto B.Ral (Schnappschuss in der Pause)

 

Anfang November begleitete Potsdam-Mittelmarks Klimaschutz-Managerin Barbara Ral auf Bitte des Bundesumweltministeriums eine Delegation nach Japan. Ziel war die Stärkung der Deutsch-Japanischen Kooperation im internationalen Klimaschutz, alle Kosten übernahm das Japanisch-Deutsche Zentrum Berlin (DJZB). Gestartet wurde mit einem Symposium im International Conference Center Kyoto, in dem bereits 1997 die internationale Klimakonferenz stattfand. Es folgten Treffen mit Regierungsvertretern in den Städten Nagoya, Toyota und Tokyo. „Die Frage, ob man um die halbe Welt fliegen muss, um das Klima zu schützen, habe ich mir natürlich gestellt“, sagt Barbara Ral, und kam zu der Antwort. „Ja. Wir vergessen oft, wie sehr die deutsche Energiewende Vorbild in der Welt ist. Wir haben hier Praxisbeispiele Erneuerbarer Nutzenergien, die im großen Stil gebaut wurden und die seit Jahren Erfahrungswerte liefern. Nach Feldheim, dem Vorzeigeprojekt im Landkreis Potsdam Mittelmark, strömen jährlich mehrere tausend Besucher aus aller Welt. Und genau dieses Projekt zeigt, wie man zwei der großen Probleme in Japan lösen könnte: die Energieversorgung nach Erdbeben-Katastrophen und die Landflucht.“ Mit Hilfe der Biogasanlage, die hier ausschließlich mit regionalen Produkten betrieben wird, hat sich die Agrargenossenschaft „Fläming“ eG Feldheim eine Zukunftsperspektive geschaffen und konnte den ländlichen Raum auch für junge Familien attraktiv halten. Und regional autarke Konzepte sind in der Erdbebenregion Japan überlebenswichtig. Ral „Der Begriff Versorgungssicherheit hat in Japan eine ganz andere Dimension als bei uns. Bei uns sprechen manche schon von einer Katastrophe, wenn mal eine halbe Stunde lang der Strom ausfällt. In einer Region Japans sind Strom und Wärme für 127 Tage am Stück ausgefallen, nachdem zentrale Versorgungsleitungen und Kraftwerke durch Erdbeben beschädigt wurden.“ Erschreckend ist, dass trotz der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 Japan inzwischen wieder in die Atomenergie eingestiegen ist. Gründe hierfür sind unter anderem die teuren Importe von Kohle und Öl. Und hiermit sind wir wieder bei der Anfangsfrage: Lohnt es sich, dass Experten für Erneuerbare Energien aus Deutschland nach Japan reisen? Ja, denn unsere Erfahrung ist dort gefragt.

Was hat aber nun der Landkreis PM von der Teilnahme an der Reise, außer Ruhm und Ehre? Sicher werden künftig noch mehr Besuchergruppen aus Japan nach Feldheim strömen, und zwischenzeitlich hat die Klimaschutzmanagerin auch dafür gesorgt, dass den Gästen weitere attraktive Ziele im Landkreis bekannt gemacht werden, die zum Flanieren und Konsumieren einladen. Lösungen aus der 30-Millionen Stadt Tokyo sind zwar aufschlussreich, bringen unseren ländlichen Raum aber nicht weiter. Beispielsweise darf man sich in Tokyo nur dann ein Auto anschaffen, wenn man zwei Stellplätze nachweisen kann: einen am Wohnort und einen am Arbeitsplatz – und beide sind horrend teuer. „Attraktiver finde ich da das Bonuspunkte System aus der Stadt Toyota: Wer sich umweltfreundlich verhält und Maßnahmen zur CO2-Einsparung umsetzt, erhält Bonuspunkte. Diese Punkte kann man dann gegen verschiedene Belohnungen, beispielsweise regional erzeugte Produkte, eintauschen.“ Nun kommt der Reichtum der Stadt Toyota, die die Belohnungen finanziert, wesentlich aus der dort ansässigen Automobilproduktion – aber die Idee ist gut! Bleibt nur noch die Frage „do you Kyoto?“, also: was machst du in deinem täglichen Umfeld?

Barbara.Ral (at) Klimaschutz-PM.de , TGZ Bad Belzig, 16.12.2015

Fachinformationen und die Zusammenfassung der Delegationsreise seitens des Bundesumweltministeriums erhalten Sie gern auf Anfrage.

Förderprogramm für Solarstromspeicher wird fortgesetzt

Berlin, 21. Dezember 2015 – Dezentrale Batteriespeicher sind ein wichtiger Baustein für die Energiewende in Deutschland. Deshalb setzt die Bundesregierung die finanzielle Förderung von Solarstromspeichern auch im nächsten Jahr fort. „Innovationen können nur erreicht werden, wenn neue Technologien  in der Praxis angewandt werden. Und Solarstromspeicher sind ein zentrales Puzzlestück zum Gelingen der Energiewende und ein vielversprechendes Feld für High-Tech ‚Made in Germany‘“, erklärt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.“

Speichertechnologien besitzen ein immenses Potenzial für den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Wertschöpfung im Land. Jeder Euro Fördergeld löst im bestehenden Programm sieben Euro an Investitionen aus. Und auch bei den Stückpreisen macht sich der Ausbau bezahlt: Speicher werden immer kostengünstiger. Für die Vorreiter dieser Entwicklung bietet die Bundesregierung ein attraktives Förderprogramm an. Mit einem Zuschuss von bis zu 30 Prozent der Investitionskosten.

Mit dem Speicherförderprogramm stellt die Bundesregierung sicher, dass der Speicherausbau nicht nur eigenverbrauchsoptimiert, sondern auch systemstabilisierend erfolgt. Photovoltaikanlagen, die mit einem staatlich geförderten Batteriespeicher kombiniert sind, müssen als Beitrag zur Netzstabilität die Einspeiseleistung drosseln. Sollte die Anlage aber zur Mittagszeit die volle Leistung bringen, kann der restliche Strom direkt verbraucht oder gespeichert werden. Wenn die Batteriespeicher so eingestellt sind, dass sie die Mittagsspitzen abfangen und den wertvollen Solarstrom abends, wenn z.B. Backofen oder Fernseher laufen, wieder abgeben, müssen die Netze nicht auf hohe Erzeugungsspitzen ausgelegt werden.

Mehr Informationen zur Speicherförderung der KfW-Bank finden Sie unter www.kfw.de oder unter www.die-sonne-speichern.de.

Diese Pressemitteilung im Internet lesen auf der AEE-Webseite www.unendlich-viel-energie.de.